zeichnung_01 // Texte der Künstlerinnen zu ihren Arbeiten


daniela baumann
Ich arbeite multidisziplinär, mein Werk umfasst Zeichnung, Grafik, Fotografie, Malerei, Installation und Lyrik. Die Komponenten meiner künstlerischen Arbeit stehen dabei im engen Zusammenhang und Austausch, das Bildnerisch-Abstrakte steht dem Lyrisch-Konkreten gegenüber. Schwarz und kompromisslos bewegt sich die Linie und Fläche auf dem Papier, komplettiert durch das Arbeiten mit
maschineller Perforation, poetisch haptische Arbeiten, die an Blindenschrift erinnern, sich der Entschlüsselung jedoch entziehen. In meinen Arbeiten balanciere ich zwischen Verdichtung und Expansion und entwickle Verweise auf Vergänglichkeit, Störungen und Risse.

katja butt
Den von Wittgenstein sogenannten Sprachspielen folgend lässt Katja Butt Begriffe untereinander eigenwillige Verbindungen eingehen, um deren inhaltliche Bedeutungen neu auszuloten. Mit feinen Strichen werden Worte auf eine Weise umschrieben, dass sie gleichzeitig sichtbar werden, als auch abwesend
bleiben. Durch die kontinuierliche Wiederholung der gesetzten kurzen Linien entsteht eineTextur, die an alte Drucktechniken erinnert. Mit den daraus erwachsenen Formen und Flächen gehen die Worte ein Verhältnis ein, welches weniger auf eine Logik des Zusammenhangs verweist, als auf die Offenheit des künstlerischen Kontexts und die Suche nach dem gelungenen Bild.

anne von hoyningen-huene

In meiner zeichnerischen Arbeit interessiert mich das Entwickeln einer eigenen Formensprache im Spannungsfeld zwischen prozesshafter zeichnerischer Arbeit und dem Beobachten wahrnehmbarer Phänomene: Punkt, Strich, Fläche und Linie entwickeln ihr Eigenleben im zeichnerischen Prozess, haben jedoch auch häufig Anklänge an Sichtbares. Dabei nehme ich mir die Freiheit, umzuformen, wegzulassen, hinzuzufügen oder ganz neu zu konstellieren, um von ausgetretenen Wahrnehmungspfaden zu lassen und neue Sichtweisen auf die Welt zu ermöglichen.

klara lempert
Meine Bilder beziehen sich auf Geschichten, die während des Tuns in meinem Kopf entstehen. Die meist weiblichen Figuren erwachsen aus einer gewissen Absichtslosigkeit. Mir geht es um das Eigensinnige, das Unverstandene und das Missachtete bei Frauen und Mädchen. Das Material ist ein Mittäter, der die Entwicklung in hohem Maße diktiert und meine Gedanken steuert, von Zeichnung und Druckgrafik, über Malerei bis zur Keramik. Abstraktion eröffnet mir die Möglichkeit, absichtlich Fragen stehen zu lassen, dem Unbeschreiblichen einen Ausdruck einzuräumen.

franca perschen
Die kleinformatigen Tuschezeichnungen zeigen abstrakte Figuren, die den Betrachter ansehen und wie im Vorübergehen skizziert sind. Sie sind Momentaufnahmen aus Beobachtungen im Alltag. Überall fangen wir Blicke ein, beobachten und kommen den vermeintlichen Figuren sehr nah. Die Blätter sind in Serien mit Magneten an Drahtseilen befestigt, die frei im Raum hängen. Diese fragile Installation verlangt Achtsamkeit beim Betrachten

doris scheuermann
Schwerpunkt meiner künstlerischen Arbeit ist die Zeichnung. Ich suche einen Ausdruck, der formal reduziert ist und eine Bildsprache, die weitgehend keine Darstellung von Dingen kennt. Am liebsten arbeite ich in offenen Werkreihen zu einem Thema und greife dabei immer wieder unterschiedliche Aspekte auf. Zeichnen heißt für mich Fragen stellen und Techniken entwickeln, die ins Unbekannte zielen. Wiederkehrende Muster, Anordnungen und dynamische Strukturen sind Themen, die mich dabei interessieren.

cesa wendt
Meine Arbeiten entwickeln sich aus einem intuitiv gesetzten Grundgerüst. Hauchfeine Schraffuren, spontan gesetzte Linien, aber auch schwungvolle Pinselstriche oder Farbflächen sind Ausgangspunkt zur assoziativen Weiterentwicklung eines Bildes. Mich interessiert die Offenheit des Prozesses und die Erkenntnis, die mir eine  Zeichnung vermitteln kann. Mit reduziertem Einsatz entstehen Zeichnungen von einer zarten, fragilen, aber auch spannungsgeladenen Leichtigkeit, die an organische Formen erinnern.